Kapitel 2

Fantasy-Saga für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Kapitel 2

Kapitel 2: Cleora Mortana

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Seit Tagen feierten die Zwerge die Rückkehr ihres Druiden Sa'Guor und seiner Begleiter. Der Triumph darüber, dass die Zwerge Seite an Seite als gleichwertige Partner mit den Zauberern gegen die Schwarze Hexe gekämpft und gesiegt hatten, wurde nur noch davon überflügelt, dass Sa'Guor und damit die Bruderschaft der Zwerge nun im Besitz des Siegels von Arlon waren. Sie, die Zwerge, hielten nun die Macht in der Hand. Schon bald würden die Menschen und selbst die Zauberer weniger Macht haben als die Zwerge. Eine neue Zeit war angebrochen, ganz so, wie es der Druide vorhergesagt hatte.

Sa'Guor genoss es erkennbar, von den anderen Zwergen wie ein großer Held gefeiert zu werden. Alle Zwerge waren auf den Beinen, tanzten und jubelten ausgelassen und feierten nicht weniger als den Anbruch eines neuen Zeitalters. Alles, was Sa'Guor versprochen hatte, war exakt so eingetreten. Die wenigen kritischen Stimmen gingen in der jubelnden Masse unter.

Inzwischen machte ein Aufruf die Runde, dass Sa'Guor zur Bruderschaft sprechen würde und dass alle Zwerge sich auf dem Versammlungsplatz einfinden sollten. Schon kurze Zeit später hatten sich hunderte Zwerge dort versammelt und warteten dicht an dicht gedrängt auf ihren Anführer.

Dieser ließ nicht lange auf sich warten. Wie auch schon zu seiner Einsetzung als Druide trug er schwarze Kleidung und darüber eine dunkle, violett-metallisch schimmernde Robe, die so lang war, dass sie fast den Boden berührte. Kopf und Gesicht hatte er glatt rasiert. Nur von seinem Kinn hing ein langer geflochtener Bartzopf nach unten, der am Ende von einer Perle aus Magium zusammengehalten wurde. An seinen Armen trug er breite Metallringe aus dem gleichen Material, welche in einem kräftigen Violett leuchteten. Seine Stirn schmückte ein Band aus dünnen, gefochtenen Magiumfäden, welches ebenfalls violett strahlte.

Die Menge verstummte augenblicklich, als er seine Hand hob als Zeichen dafür, dass er das Wort ergreifen wollte. Anders als sonst war von seinen kleinen Metallkäfern, die immer um ihn herumschwirrten, nichts zu sehen.

Bevor er tatsächlich zu sprechen begann, hob er auch seine andere Hand in die Luft. Mit einer Bewegung, als würde er Sand verstreuen, warf er unzählige winzige Lichtpunkte auf den Boden zu seinen Füßen. Noch bevor sie den Stein erreichten, wuchsen sie und formten sich zu den kleinen Metallkäfern, denen er seine Fähigkeiten und Macht zu verdanken hatte. Ein ehrfürchtiges Raunen ging als Zeichen der Überraschung und Verehrung durch die Massen.

Nachdem die Magiumkäfer ihn einmal umrundet hatten, bildeten sie vor ihm ein kleines Plateau, welches ihn langsam in die Höhe hob, sobald er es betreten hatte. In majestätischer Pose mit verschränkten Armen schwebte er über den Zwergen, die sich ehrfurchtsvoll vor ihm verbeugten.

Völlige Ruhe lag über der Szene. Keiner der Zwerge sagte etwas zu seinen Nachbarn. Gebannt starrten alle auf die Lippen des Druiden und warteten darauf, dass er zu sprechen begann.

Doch Sa'Guor dachte gar nicht daran, die Stille zu stören. Er spürte die Macht, die ihm sein Auftreten verschaffte. Wie eine berauschende Droge wirkte sie auf ihn. Außerdem genoss er es, dass er die große Masse mit seinem bloßen Willen kontrollieren konnte. Schließlich begann er doch mit seiner Rede.

»Ihr Zwerge von O'Ra. Die Schwarze Hexe IST BESIEGT!«

Schon nach dem zweiten Satz musste er unterbrechen, weil die Zwerge so laut in Jubel ausbrachen, dass es unmöglich gewesen wäre, sie zu übertönen. Ein kurzes Handzeichen ließ die Menge augenblicklich wieder verstummen, sodass Sa'Guor mit seiner Rede fortsetzen konnte.

»Die böse Schwarze Hexe ist besiegt«, wiederholte er, »Sie hat es nicht geschafft, sich das mächtige Siegel von Arlon anzueignen. Die Allianz hat gesiegt. Nein! Die Zwerge haben gesiegt. Das Siegel befindet sich nicht mehr in der Hand derer, die damit Böses tun wollten. Aber es ist auch nicht mehr im Besitz derer, die besser darauf hätten aufpassen sollen. Es ist ja ganz offensichtlich, dass sie das nicht konnten. Somit wäre es äußerst leichtsinnig gewesen, das kostbare Siegel in ihrer Obhut zu lassen. Jetzt und für immer befindet es sich in Sa'Guors Hand!«

Wieder brach die Menge in Jubel aus, als der Druide das magische Artefakt an dessen Kette aus dem Inneren seines Gewands zog. Mit strahlendem Gesicht hielt er es in die Höhe, damit alle Zwerge es sehen konnten. Es war sein Sieg. Sein Triumph! Nun hatte er sein Ziel fast erreicht. Und diesen Augenblick genoss er.

»Heute ist ein besonderer Tag. Ein ganz Besonderer! Noch in vielen Jahren wird man sich an ihn als Tag eins einer neuen Zeitrechnung erinnern. Vorbei sind die Zeiten, wo sich Zauberer und manchmal sogar Menschen als Herrscher über die Bruderschaft aufgespielt haben. Vorbei sind die Zeiten, in denen Zwerge als Sklaven unter dem Joch ihr Herren schwer schuften mussten und noch nicht einmal Dank für ihren Dienst erwarten durften. Vorbei sind die Zeiten, als die Zauberer über das Wohl und Wehe der Welt entschieden haben und so oft doch nur Leid und Elend hervorgebracht haben. Ganz zu schweigen von dem, was die Menschen getan haben. Weder die Anhänger G'Marbors noch die des Ordens von Arlon sind jetzt die Herrscher. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Zwerge nur Diener waren. Jetzt beginnt die Herrschaft der Zwerge. Jetzt beginnt die Herrschaft Sa'Guors!«

Wieder jubelten die Zwerge wie mit einer Stimme ihrem Druiden zu. Nur ganz wenige von denen, die etwas abseits der großen Masse standen, gaben keinen Beifall. Doch sie hielten sich zurück, etwas gegen Sa'Guor zu sagen. Im Augenblick war es keine gute Zeit, sich gegen ihn zu stellen.

Der Druide genoss sichtlich, dass er geachtet, verehrt und gefeiert wurde. Ihm blieb jedoch nicht verborgen, dass es einige wenige gab, die die Begeisterung der Mehrheit nicht teilten. Seinem Gesicht war der Zorn darüber nicht anzusehen. Doch er prägte sich jeden Einzelnen, der ihm seine bedingungslose Gefolgschaft verweigerte, ganz genau ein.



Die Vorbereitungen für das Tribunal waren beinahe abgeschlossen. Der Gerichtssaal glich in seiner Einrichtung bis auf wenige Details exakt dem auf der Insel Rocher d'Arlon, in dem das Tribunal gegen Martens Connet getagt hatte.

Der Verhandlungssaal war ein fensterloser Raum, dessen Grundfläche ein gleichseitiges Fünfeck bildete. Bereits auf den ersten Blick fiel auf, dass er ungleich größer war.

Zwei massive Eingangspforten füllten fast eine ganze Wand aus. Vor den Wänden rechts und links der Türen standen jeweils eine Reihe brauner Ledersessel und dahinter mehrere Sitzbänke. Auf diesen Sitzen würden die Verteidiger, die Ankläger und die Zeugen Platz nehmen.

Etwas weiter hinten an der nächsten Wand befanden sich hinter einem Pult aus dunklem Holz die wuchtigen Sessel der drei Richter, die über das Tribunal präsidieren würden. Über den Sitzen leuchtete das Wappen des Ordens.

Vor der fünften Wand stand nur ein einzelner leerer Stuhl aus Metall. Davor, dahinter und daneben waren Eisenringe in den Boden eingelassen. Zusätzlich war der Stuhl von einem Käfig aus Magiumstäben umgeben. Ganz offensichtlich hatte man dazugelernt. Die Sicherheitsmaßnahmen waren ungleich umfangreicher, was jedoch angesichts der besonders gefährlichen Angeklagten niemanden verwundern sollte.

Adrian erinnerte sich noch sehr gut daran, was vor einiger Zeit bei dem ersten Tribunal, an welchem er teilgenommen hatte, geschehen war. Martens Connet, ein treuer Anhänger der Schwarzen Hexe, war es auf unerklärliche Weise während der Verhandlung gelungen, in den Besitz eines Zauberstabes zu gelangen, mit dessen Hilfe er erst die oberste Richterin als Geisel genommen und sich dann erfolgreich seinen Fluchtweg freigekämpft hatte. Wie es dazu hatte kommen können und vor allem, wie der Zauberstab überhaupt in die Nähe des Angeklagten gelangt war, hatte die Magister lange Zeit beschäftigt. Eine Antwort hatten sie nicht gefunden. Da Martens Connet bei der Gefangennahme der Schwarzen Hexe von einem Querschläger Mordanas getroffen worden und ums Leben gekommen war, würde die Wahrheit über seine spektakuläre Flucht wohl kaum noch ans Licht kommen.

Umso aufwendiger waren die Sicherheitsvorkehrungen für das Tribunal. Alle Magister durchsuchten vor Beginn der Verhandlung gemeinsam den Saal, um sicherzustellen, dass es für Cleora Mordana keine Gelegenheiten einer Flucht geben würde. Immer und immer wieder wurden von den Magistern alle Möglichkeiten untersucht, die von der Schwarzen Hexe oder ihren Anhängern ausgenutzt werden könnten.

Doch das war noch längst nicht alles. Jeder der Magister des Ordens hatte sich einen besonderen Schutzzauber ausgedacht, den nur er allein kannte. So sollte sichergestellt werden, dass selbst dann, falls die Schwarze Hexe einen der Magister in ihre Gewalt bekommen sollte, es ihr keinesfalls gelingen konnte, aus dem Tribunal zu flüchten, da die anderen Schutzzauber sie daran hindern würden. Zu Adrians Überraschung wurde auch er von Swør Larsen aufgefordert, seinen ganz persönlichen Schutzzauber denen der Magister hinzuzufügen.

»Aber ich bin doch gar kein Magister«, wunderte er sich.

»Das stimmt schon, doch du bist der Hüter des Siegels und als dieser nicht weniger wichtig! Überlege gut, was du tun kannst, um die Sicherheit des Tribunals zu erhöhen! Doch denke auch daran, dass du es nur allein tun darfst. Du darfst mit niemandem darüber sprechen.«

Adrian musste nicht lange überlegen, um sich etwas auszudenken. Dass er allein handeln sollte, war ihm auch ganz recht. Mittels eines Wurmlochzaubers ging er nach Kairo. Sein Ziel war die Magische Bibliothek.

Dabei hatte er jedoch nicht vor, in den Büchern und Schriftrollen nach einem ganz besonderen Zauber zu suchen, sondern er war von einer völlig anderen Idee getrieben. Die Bibliothek war der einzige Ort, den Adrian kannte, wo weder er noch irgendein anderer Zauberer Magie ausüben konnte. Das galt auch für die Anhänger der Schwarzen Hexe und sicher auch für sie.

Der Grund dafür war ganz einfach. Es lag an den Beloaa, den kleinen Wesen, die aussahen wie eine Mischung zwischen einer Eidechse und einer übergroßen und auf den Hinterbeinen gehenden Ratte. Diese Wesen wussten Bescheid über alles, was in den Büchern und Schriftrollen stand, die sich in den unzähligen Regalen befanden. Sie waren die eigentlichen Herren der Bibliothek.

Durch ihre ganz besondere Macht war die Magische Bibliothek ein Ort des Wissens, den jeder Magier aufsuchen konnte, um zu lernen, ganz egal, ob er sich mit dem Orden von Arlon verbundenen fühlte oder nicht oder sogar ein Anhänger der Schwarzen Hexe war. Innerhalb ihres Einflussbereiches konnten keine Konflikte ausgetragen werden. Zumindest nicht durch Nutzung von Magie und Zauberei.

Doch Adrian hatte beobachtet, dass die Macht der Beloaa nicht nur auf die Magische Bibliothek beschränkt war. Auf der Suche nach dem Band des Mykerinos war er auf einen geheimen Raum in der Pyramide dieses Pharaos gestoßen. Auch dort konnte er keine Magie ausführen, sobald die Beloaa auftauchten.

Adrian wollte versuchen, einen oder vielleicht sogar mehrere der Beloaa dazu zu bewegen, zum neuen Stützpunkt des Ordens von Arlon zu kommen, wenn der Bedarf dafür bestehen sollte, um so im Falle eines Falles auch die Magie und Macht der Schwarzen Hexe zu brechen.

Ben Amman Salif Mosaaf, der Hüter dieser Bibliothek, empfing Adrian schon am Eingang freudig. Seine Haare waren noch grauer geworden als bei ihrem letzten Zusammentreffen. Adrian blieb dem alten Zauberer gegenüber zwar etwas reserviert, doch hatte er wenig Zeit und musste schnell herausfinden, ob seine Idee in die Tat umsetzbar wäre.

Nachdem Adrian sein Anliegen, einen Beloaa dazu zu bewegen, mit ihm mitzugehen, grob erklärt hatte - selbstverständlich ohne dabei das Tribunal zu erwähnen - kratzte sich der Alte nachdenklich am Kopf. Zwar sagte er nicht gleich, dass es unmöglich sei, aber sehr zuversichtlich wirkte er auch nicht.

»Du weißt ja, wie das mit den Beloaa ist. Du wirst ihnen nicht gebieten können, mit dir mitzugehen. Mal abgesehen davon, dass sie die Bibliothek niemals verlassen.«

»Das stimmt nicht«, widersprach Adrian.

»Was meinst du damit?«

»Ich habe die Beloaa außerhalb der Bibliothek getroffen.«

»Das ist völlig ausgeschlossen!«, beharrte Ben Mosaaf auf seiner Meinung, »Die Beloaa leben nur für die Bücher und Schriften, die hier in der Bibliothek ...«

»Ich habe sie an einem anderen Platz getroffen und ich bin überzeugt davon, dass sie mit mir kommen werden, wenn das nötig ist«, fiel ihm Adrian ins Wort.

Das Gesicht des alten Zauberers verfinsterte sich für einen Augenblick, doch dann lächelte er wieder und lud Adrian mit einer schwungvollen Geste in die Bibliothek ein: »Versuch dein Glück! Meine Hilfe wirst du dafür sicher nicht gebrauchen.«

Adrian antwortete nicht darauf, obwohl er schon heraushörte, dass der alte Hüter der Magischen Bibliothek nicht so richtig glücklich mit seiner Antwort und vielleicht auch etwas beleidigt war. Doch das war ihm eigentlich egal. So richtig gut hatte Adrian sich mit ihm noch nie verstanden. Höflich, aber kurz, nickte er dem Alten zu und lief in die Regalreihen hinein.

Nachdem er um mehrere Ecken gebogen und sich sicher war, dass Ben Mosaaf ihn nicht mehr beobachten konnte, lehnte er sich an das Regal aus massiver Eiche und sprach ganz langsam und mit gedämpfter Stimme in die Stille: »Ich frage mich, wo ich ...«

Mehr brauchte er gar nicht sagen. Neben ihm tauchte eines der Wesen auf. Es war aufrecht stehend ungefähr so groß, dass es mit seinem Kopf auf Adrians Kniehöhe war. Seine großen, runden Segelohren, die wie zwei Flügel abstanden, zuckten mehrmals. Über die Schultern trug der Beloaa eine weiße Kutte. Hinten hing ein langer, dünner Schwanz aus dem Umhang heraus. Besonders auffällig waren die vielen goldenen Ringe, die wie Piercings das linke Ohr schmückten. Das war unverkennbar der Beloaa, der Adrian schon mehrmals geholfen hatte, auch wenn seit ihrem letzten Zusammentreffen offensichtlich noch einige Ringe dazugekommen waren.

»Ihr 'abt g'ruf'n? Wom't kann'ch dien'n?«, nuschelte er mit einer tiefen Stimme.

»Ich habe mich gerade gefragt, ob du oder ein anderer Beloaa mit mir kommen würde, um das Tribunal ...«

»Die Beloaa verlass'n die Bibliothek niemals!«, fiel ihm das Wesen sofort ins Wort. Es war die erwartete Antwort, weshalb Adrian auch nicht verwundert war.

»Darf ich eine Frage stellen?«, fragte der junge Zauberer weiter und bemerkte schon, dass der Beloaa sofort ganz eigenartig wurde. Aber er zog sich nicht zurück, sondern nickte mit seinem Kopf. Adrian nahm das für ein 'Ja'.

»Das Band des Mykerinos ist mir von euch anvertraut worden«, begann Adrian und zeigte dem kleinen Wesen das Armband, welches er wie immer an seinem linken Arm trug.

Der Beloaa antwortete wiederum nicht, nickte aber als Bestätigung. Deshalb setzte Adrian fort: »Ich habe das Geheimnis des Bandes erkannt und weiß, seine Macht zu nutzen. Es ist keine gewöhnliche Magie, sondern ... ganz Außergewöhnliche ...«

Mit diesen Worten hob er seinen linken Arm etwas in die Höhe. Ein heller Lichtstrahl erhellte die unzähligen Bücher in den Regalen. Etwas von dem Licht traf auch den Beloaa. Sobald dieser mit dem Licht in Berührung kam, fing sein Umhang an, hell zu leuchten.

»Ich wusste es! Es funktioniert auch hier. Es ist also Beloaa-Magie. Habe ich recht? Ja, ich habe natürlich recht!«, triumphierte Adrian.

»Du 'ast recht. Es wurde von Beloaa g'schaffen, die im Dienste Hathors stand'n. Menkaure war den Beloaa sehr nahe. Er hat sie freigemacht und zu den Wächtern der Bibliothek bestimmt.«

Ungefragt hatte der Beloaa Adrian bereits das erzählt, was er wissen wollte.

»Und deshalb verwaltet und beschützt ihr auch die Schätze in dessen Pyramide?«, setzte Adrian fort.

»Ja, von Generation zu Generation. Das ist unser Vermächtnis.«

»Und die Beloaa würden auch das Band des Mykerinos beschützen?«

Zufrieden hörte Adrian, wie der Beloaa auch das bejahte. Nachdem er durch ein paar weitere Fragen herausgefunden hatte, wie er die Beloaa im Ernstfall herbeirufen könnte, machte er sich auf den Rückweg.

Ben Mosaaf lief ihm scheinbar ganz zufällig noch einmal über den Weg. Er nickte vielsagend, als er sah, dass keine der Beloaa ihm folgten. Adrian hütete sich davor, ihm davon zu erzählen, was er herausgefunden hatte. Sollte der alte Zauberer doch ruhig glauben, dass er erfolglos geblieben war.



Der Tag des Tribunals war gekommen. Umringt von einer ganzen Wolke von Magistern und Protektoren wurde die Hexe aus ihrem eigenen Kerker im Schwarzen Turm in den Verhandlungssaal des Tribunals gebracht.

Die oberste Richterin, die bereits ihren Platz eingenommen hatte, kannte Adrian schon. Es war eine dunkelhäutige Zauberin mit blonden Rastalocken, die wie wilde Schlangen unter dem eckigen Richterhut hervorquollen.

Ihre eisige Ausstrahlung fühlte sich noch kühler an als beim Tribunal gegen Martens Connet. Adrian fröstelte sogar etwas, als sich für einen kurzen Moment ihre Blicke trafen und er in ihre gelben Augen schaute.

Kristin, Camille und Tom warteten mit ihm bereits seit einiger Zeit darauf, dass es endlich losgehen würde. Nachdem alle Zeugen dicht an dicht gedrängt auf den Sitzbänken Platz genommen hatten, betraten zwölf Zauberer den Saal. Hinter ihnen wurden die großen Eingangstüren geschlossen. Unter diesen Zauberern befanden sich mehrere Magister und Protektoren, die Adrian recht gut kannte. Besonders überrascht war er jedoch darüber, unter ihnen auch Meister Li zu sehen. Meister Li war der Einsiedler aus Tibet, den Adrian bei der Erfüllung der Aufgaben getroffen hatte, die ihn qualifizieren sollten, zum Junior-Magister bestimmt zu werden. Von ihm hatte er viel gelernt. Weiterhin befanden sich unter ihnen aber auch eine Frau und ein Mann, die er noch nie zuvor gesehen hatte.

Die zwölf Zauberer begaben sich in die Mitte des Saales. Von der Decke schwebte eine gläserne Schale mit zwölf kleinen, versiegelten Schriftröllchen herab. Nachdem jeder der Zwölf eine der Rollen genommen hatte, öffneten sie diese gleichzeitig und lasen deren Inhalt. Dann teilten sie sich in zwei gleich große Gruppen.

»Die einen sind die Ankläger und die Anderen die Verteidiger«, sagte Adrian flüsternd zu Kristin, die überrascht dreinschaute.

»Das Los entscheidet darüber, wer was machen muss.«

Kristin wollte gerade etwas zurückfragen, als eine der großen Türen erneut geöffnet wurde. Mehrere Protektoren und die restlichen Magister führten Cleora Mordana in den Verhandlungssaal. Elf schwere Ketten, die an ihren Armen, Beinen, aber auch an ihrer Hüfte und sogar an ihrem Hals befestigt waren, ließen ihr nur ganz geringen Bewegungsspielraum.

Als die Hexe Kristin direkt neben Adrian erblickte, schrie sie laut auf und hätte sich am liebsten voller Wut auf ihre Tochter gestürzt, doch die Ketten hielten sie zuverlässig zurück.

»Du wagst es, als meine Tochter hier zu erscheinen und neben diesem ...«

»Und DU wagst es noch immer, mich deine Tochter zu nennen, nach allem, was du mir angetan hast? Ich bin nicht mehr deine Tochter. Hast du das verstanden? Deine Tochter hast du getötet. NEIN! Du hast ihr Schlimmeres angetan, DU MONSTER!«

Zum Erstaunen aller Anwesenden schrie Kristin so laut, dass sie Mordana sogar noch übertönte. Das hatte ihr bei ihrer zierlichen Gestalt keiner zugetraut. Für einen Moment schien die Hexe davon sogar beeindruckt zu sein, doch schon im nächsten Augenblick, als Kristin kurz Luft holen musste, begann sie erneut zu kreischen.

»RUHE!«, griff nun die oberste Richterin ein und brachte die Schwarze Hexe mit einem Schweigezauber dazu, augenblicklich zu verstummen, wenn auch nicht ganz freiwillig. »Hier drin wird nur gesprochen, wenn ich es wünsche und wenn ich das Wort erteile. Herumgeschrien wird überhaupt nicht. Und jetzt ist Schluss mit dem Theater. Bringt Mordana auf ihren Platz.«

Obwohl sich die Schwarze Hexe wie wild gebärdete, wurde sie an die Stelle gebracht, wo sich ihr Stuhl befand. Nachdem die Ketten mit den Ringen im Boden verbunden worden waren, wurde der Käfig verschlossen. Neben dem Käfig wurden mehrere Zauberer postiert, die den Auftrag hatten, die Hexe zu keiner Zeit aus den Augen zu lassen.

Sobald alle Sicherheitsmaßnahmen noch einmal geprüft worden waren, eröffnete die oberste Richterin das Tribunal. Dazu hob sie auch den Zauber wieder auf, mit dem sie die Hexe vorerst zum Schweigen gebracht hatte.

Die Schwarze Hexe zerrte weiter an den Ketten, mit denen sie gefesselt war, doch diese gaben nicht einen Millimeter nach. Plötzlich hielt sie inne und fing zur Verwunderung aller an zu lachen. Es war aber kein freudiges oder nettes Lachen. Voller Verachtung und Bosheit lästerte sie über das Tribunal und ganz besonders über die Richterin.

»Ruhe!«, rief diese und schlug mehrmals mit ihrem Holzhammer auf das Pult. »Ruhe, oder ...«

»Oder? Oder was?«, entgegnete die Schwarze Hexe verächtlich.

»... oder ich lasse sie so lange schweigen, bis ich ihnen das Wort erteile!«, antwortete die Richterin und führte erneut den Schweigezauber aus, der Mordana sofort verstummen ließ.

»Dies ist mein Gericht und ich entscheide, wer hier redet. Und danke, dass auch sie sich meiner Anweisung fügen«, fügte die Richterin noch hinzu, wobei der Sarkasmus in ihrer Stimme nicht zu überhören war. Dann löste sie erneut den Zauber.

Wenn jemand vermutet hatte, dass die Hexe nun erst einmal still bleiben würde, sah er sich umgehend eines Besseren belehrt.

»Du jämmerliche, kleine, dumme Schnepfe«, begann Mordana sofort wieder die Richterin zu beleidigen, »Was glaubst du eigentlich, wer du bist. Wie kannst du es wagen, mir den Mund zu verbieten? Weißt du nicht, wer ich bin? Ich bin ...«

»Ich weiß sehr wohl, wer sie sind. Aber sie werden reden, wenn ich es erlaube. Andernfalls werden sie schweigen. Habe ich mich klar ausgedrückt?«, fiel ihr die Richterin erneut ins Wort.

»Ich rede, wann ich es will. Ihr werdet mir zu keiner Zeit das Wort verbieten! Und du schon gar nicht, du lächerliche Figur ...«

Die Schwarze Hexe steigerte sich immer mehr in ihre Wut hinein. Die Beleidigungen der obersten Richterin wurden heftiger, bis diese schließlich auch ihre Beherrschung verlor, von ihrem Sessel aufsprang und ihren Zauberstab auf die Hexe richtet. Trotz ihrer Aufregung sprach sie jedoch mit ruhiger Stimme.

»Entweder sie tun, was ich sage oder ...«

»Oder? Ich zeige dir, was ich davon halte!«, rief die Schwarze Hexe und spuckte ohne Vorwarnung in Richtung der Richterin. Obwohl die Entfernung etliche Meter betrug, traf sie die Robe der Zauberin mit ihrer Spucke, die sich an der Stelle sofort entzündete. Davon überrascht versuchte die Richterin mithilfe ihrer Kollegen und den ebenfalls herbeieilenden Magistern, die Robe abzustreifen oder das Feuer zu ersticken, was ihr aber nicht gelang. Dichter schwarzer Rauch hüllte schon bald das ganze Pult der Richter ein.

Die lauten Schreie der Richterin wurden noch vom höllischen Lachen der Hexe überschallt. Im Nu breitete sich der Qualm im Gerichtssaal aus. Mit ihm füllte sich der Raum mit einem beißenden Gestank. Panisch sprangen viele der Zeugen auf, rannten wild durcheinander und versuchten, den Saal zu verlassen.

Inmitten des Chaoses, während sich die Magister um die heimtückisch angegriffene Richterin kümmerten und viele sich eilig in Sicherheit brachten, ließ Adrian die Schwarze Hexe nicht aus den Augen. Noch einmal würde er ganz sicher nicht den gleichen Fehler machen wie damals bei Martens Connet und sich durch irgendetwas ablenken lassen.

Der schwarze Rauch breitete sich immer schneller im ganzen Saal aus. Abgesehen von dem beißenden Gestank war dadurch auch die Sicht stark eingeschränkt. Besonders im hinteren Bereich des Gerichtssaales, also dort, wo sich die Schwarze Hexe befand, verdichtete sich der Nebel sogar noch. Mordana war unterdessen ganz ruhig geworden, was Adrian stutzig machte. So schnell, wie es ihm möglich war, lief er zu dem Käfig, in dem die Hexe eingesperrt war. Kristin folgte ihm. Mit etwas Abstand kamen auch Camille und Tom hinterher.

Die Wächter, die eigentlich neben dem Käfig zu stehen und auf die Gefangene aufzupassen hatten, waren bis auf einen einzigen verschwunden. Wahrscheinlich waren sie auch zu der Richterin geeilt.

Als Adrian näher kam, erkannte er, dass mehrere der Wächter gar nicht weggelaufen waren, sondern wie tot auf dem Boden lagen.

»Was ist hier los?«, rief Adrian dem Wächter zu, doch anstatt eine Antwort zu geben, schoss dieser ohne Vorwarnung einen Zauber auf Adrian ab. Im allerletzten Augenblick gelang es Adrian durch eine blitzschnelle Reaktion, sich und seine Freunde mit einem Schutzzauber zu schützen, doch dadurch war er nicht in der Lage, zu verhindern, dass der angebliche Wächter Mordana etwas zuwarf.

Eine Explosion aus der Richtung der Schwarzen Hexe erschütterte den Gerichtssaal und schleuderte Adrian und seine Freunde durch den Raum. Mit einem Mal war die Luft zusätzlich zu dem schwarzen Rauch auch noch von dichtem Staub erfüllt, der sich mit dem Rauch vermischte. Auch die Magister, die sich gerade noch um die Richterin gekümmert hatten, waren von der Explosion überrascht worden.

Swør Larsen und Magnus Jonson reagierten fast gleichzeitig mit Adrian, der mit den Anderen durch die Wucht der Explosion umgeworfen worden war und nun auf Kristin lag, die direkt hinter ihm gestanden hatte. Während Larsen sofort zu den Türen rannte und versuchte, diese zu verriegeln, lief Magnus an Adrian vorbei zu dem Käfig, in welchem die Hexe gefangen war und der jetzt in der Staubwolke verborgen war.

Er hatte die Stelle noch nicht erreicht, als mehrere Metallstangen wie aus dem Nichts angeflogen kamen. Obwohl er sofort versuchte, ihnen auszuweichen, gelang es ihm nicht. Wie Schlangen wandten sie sich um ihn und zogen ihn zur gegenüberliegenden Wand. Dort stießen die Enden der Stangen in die Steine und erstarrten noch im gleichen Augenblick. Völlig bewegungsunfähig war Magnus so an die Wand gefesselt.

»Nein! Das darf nicht sein!«, rief Adrian, als sich der Staub etwas legte und sein Blick auf den Käfig, oder besser auf das, was davon noch übrig war, fiel. Von Mordana war nichts zu sehen. Die schweren Ketten, mit denen sie gefesselt gewesen war, lagen auf dem Boden - allerdings ohne die Gefangene.

Auch die anderen Magister, außer Li Ming und Juan Sanchés, und die meisten Protektoren hatten sich von der Richterin abgewendet und kamen zu der Stelle gelaufen, wo sich eigentlich die Angeklagte befinden sollte. Ein paar von ihnen liefen gleich weiter zum Eingang, wo sich Swør Larsen bemühte, die letzte Tür zu schließen. Immer wieder wurde er aber von einer schwarzen Wolke attackiert, sodass er es allein nicht schaffte.

Der Magister Mboa Ubugma versuchte, Magnus Jonson von seiner Fessel zu befreien, doch die Stäbe ließen sich nicht lösen. Mit vereinter Hilfe hatte Larsen die Tür nun doch verschließen können. Auch war es Li Ming und Juan Sanchés mithilfe der anderen zwei Richter endlich gelungen, die brennende Robe der obersten Richterin zu löschen. Diese lebte zwar noch, schien aber doch schwerer verletzt zu sein.

Unterdessen hatte sich der Staub wieder weitgehend gelegt. Die Schwarze Hexe war nirgends zu sehen. Wie Leoparden auf der Lauer standen alle da und lauschten in die Stille.

Kristin flüsterte in Adrians Ohr: »Sie ist noch hier. Irgendwo. Ich spüre es!«

»Aber wo? Ich kann sie nicht sehen!«

»Ich weiß es nicht!«

Meister Li saß inmitten des Saales mit geschlossenen Augen da, als ob er gerade meditieren würde. Plötzlich sprang er mit einer Geschwindigkeit auf seine Beine, die man ihm aufgrund seines Alters gar nicht zutrauen würde. Mit einer flinken Bewegung zeigte er in eine Richtung. Mehrere der Magister schossen sofort und gemeinsam einen magischen Blitz auf diesen Bereich des Saales. Obwohl sich dort außer einem schwarzen Wölkchen scheinbar nichts befand, wurden die Blitze reflektiert und lösten sich in tausende winzige Lichtpunkte auf, die dann wie Staub auf die Erde rieselten.

»Da ist sie!«, rief einer der Protektoren. Sofort bildeten sämtliche Zauberer einen Kreis um diese Stelle und schossen weiter unaufhörlich ihre Blitze ab.

Swør Larsen trat einen Schritt nach vorn und rief mit seiner donnernden Stimme: »Mordana! Es ist aus! Du kannst uns nicht entkommen. Ergebe dich, oder ...«

Mit diesen Worten stieß er mit seinem Stab auf den Boden. Leuchtende Schlangen wirbelten in der Luft herum und kreisten die Stelle ein, wo sich die Hexe laut Aussage von Meister Li befinden sollte. Immer schneller drehten sie sich im Kreis und zogen sich langsam zusammen. Nur noch ein paar Armlängen waren sie von ihr entfernt.

»Du willst es offenbar nicht anders«, rief Larsen mit donnernder Stimme und stieß erneut mit seinem Stab auf dem Boden auf. Doch die Lichtschlangen gehorchten seinem Befehl nicht mehr. Ihre Gesichter verwandelten sich in bösartige Fratzen und ihre Farbe wechselte von weiß in ein dunkles Grau. Anstatt die Hexe anzugreifen, wechselten sie blitzartig die Richtung und attackierten Swør Larsen. Wie ein Samurai kämpfte er mit seinem Stab gegen die Schlangen, doch diese überwanden schließlich seine Verteidigung und fesselten ihn so fest, dass er wehrlos, wie ein gefällter Baum, umkippte. Das alles war so schnell gegangen, dass die anderen Zauberer ihm nicht rechtzeitig zur Hilfe eilen konnten.

»Lasst mich! Kümmert euch um Mordana! Sie darf nicht entkommen!«, rief Larsen denen zu, die ihm trotzdem helfen wollten.

Viele gleichzeitig abgeschossene und zurückgeworfene magische Blitze zeigten, dass die Hexe ihre Position noch nicht verlassen hatte. Sofort führte der nächste Magister, Mboa Ubugma, seinen ganz persönlichen Schutzzauber aus. Rund um die Stelle, wo sich Mordana befand, verwandelte sich der Boden in feinen Treibsand. Doch die Schwarze Wolke, in der die Hexe sich vor den Blicken der Magier verbarg, sank nicht ein, wie es das Ziel Ubugmas gewesen wäre. Ein leichter Windstoß wirbelte den Sand auf und blies ihn weg in Richtung des Zauberers, der nun selbst begann, darin einzusinken.

»Bleibt weg!«, rief er Tom und Camille zu, die in seiner Nähe standen und ihm helfen wollten, »Bleibt weg, sonst versinkt auch ihr!«

Plötzlich ertönte wieder das hämische Lachen der Schwarzen Hexe, die sich darüber freute, dass sich die gegen sie ausgeführten Zauber nun gegen ihre Urheber richten.

Schon wollte Yoshika Tikuchi, die nächste Magisterin, ihren Zauber ausführen. Doch Kristin hielt sie noch zurück.

»Nein, führe deinen Zauber nicht aus. Mordana hat einen mächtigen Umkehrzauber ausgeführt, der auch bewirken würde, dass sich dein Zauber gegen dich wendet. Bevor der Umkehrzauber nicht gebrochen ist, werden alle eure Zauber, egal wie stark sie sind, von ihr abprallen und sich gegen euch selbst wenden.«

»Sie hat recht!«, rief Ubugma, der schon bis über den Gürtel im Sand versunken war. Swør Larsen und Magnus Jonson, die auch schon in den zweifelhaften Genuss des Umkehrzaubers gekommen waren, stimmten ihm zu.

»Lasst mich mal!«, sagte Adrian und trat einen Schritt nach vorn.

»NEIN! Versuche es nicht!«, rief Kristin, die Angst davor hatte, was ihre Mutter Adrian antun könnte, und wollte ihn davon abhalten, einen Zauber aufzuführen.

»Ganz ruhig«, antwortete Adrian völlig gelassen, »Ich weiß, was ich tue. Vertrau mir.«

Auch Larsen und die anderen Magister wollten ihn zurückhalten. Nur Meister Li nickte zustimmend und sagte: »Lasst ihn machen. Ja, ich denke, er wird erfolgreich sein.«

Die Schwarze Hexe quittierte die Aussage mit einem höhnischen Lachen.

»Eure stärksten Magister können mich nicht unterwerfen und dann soll dieser lächerliche Zauberlehrling erfolgreich sein? Er wird froh sein, wenn er sich nicht selbst böse verletzt. Ihr seid doch so erbärmlich. Ihr alle!«

Adrian wandte sich nun selbst an Mordana. Mit leiser, aber fester Stimme antwortete er der Schwarzen Hexe.

»Es ist schon richtig, dass ich noch immer im Begriff bin zu lernen. Vielleicht wäre ich ihnen im Kampf tatsächlich unterlegen. Vielleicht auch nicht. Egal. Doch darum geht es nicht. Zumindest nicht hier und nicht heute. Ihre Arroganz und Überheblichkeit wird sie zu Fall bringen.«

»Du dummer, dummer Junge. Du weißt nichts! Gar nichts! Verstehst du mich! Du weißt GAR NICHTS! Dein Gerede hält mich nicht auf. Und deine mickrigen Zauber werden mich erst recht nicht aufhalten, genauso wenig wie die deiner Freunde und aller anderen Aufschneider und Versager hier in diesem Raum und überall sonst. Ihr könnt mich nicht stoppen oder zu Fall bringen. Habt ihr das gehört? Ihr haltet mich nicht auf! Niemals! Nicht einmal alle zusammen. Und das wisst ihr auch!«

»Das brauchen wir auch nicht, denn das machen sie selbst.«

Mit diesen Worten hob Adrian seinen linken Arm in die Höhe. Ein heller Lichtstrahl ging vom Band des Mykerinos aus, welches er wie immer bei sich trug. Doch er richtete das Licht nicht auf die Schwarze Hexe, sondern streifte es sich vom Arm und warf es einfach in die Richtung, in der sich die Schwarze Hexe befand.

 

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